Umweltsenat reagiert auf JU-Vorschlag zum Klimaticket

Vor Kurzem warb die Junge Union Reinickendorf bei der Umweltverwaltung für ein Klimaticket nach österreichischem Vorbild, das Besitzern die Nutzung des öffentlichen Personen- und Nahverkehrs für 1€ am Tag ermöglicht. Nun hat die Berliner Umweltsenatorin, Regine Günther, den jungen Unionspolitikern geantwortet.

„Die Klimafrage ist die Schicksalsfrage der jungen Generation. Deshalb werben wir mit innovativen Ideen wie dem Klimaticket für Maßnahmen zum Klimaschutz“, begründet der Vorsitzende der Jungen Union, Marvin Schulz, die Initiative seiner Bewegung. Zur Antwort des Umweltsenats erklärt er: „Es ist erfreulich, dass der Senat prüft, wie man den Klimaschutz auch über tarifliche Lösungen voranbringen kann. Noch besser wäre, wenn nach der Prüfung konkrete Vorschläge präsentiert würden. Die Zeiten der politischen Ankündigungen sind vorbei: Man wird sich an der Umsetzung konkreter Projekte messen lassen müssen. Die Einführung eines Berliner Klimatickets wäre ein greifbarer Erfolg für unsere Stadt.“

Auf Nachfrage der Jungen Union äußert sich die Berliner Umweltsenatorin, Regine Günther, in der Art, dass sie der Bekämpfung des Klimawandels zentrale, politische Bedeutung beimesse. Insofern begrüßt sie den Vorstoß der Jungen Union Reinickendorf, da „zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels besondere Anstrengungen von allen politischen Akteueren notwendig sind.“
Im Berliner Umweltsenat prüfe man derzeit in einer Facharbeitsgruppe verschiedene Konzepte, welche die Attraktivität des ÖPNV steigern sollen. So seien aktuell ein neues Firmenticket und Verbesserung für Auszubildende in der Vorbereitung.

Die Einführung eines Klimatickets wäre nicht zuletzt eine Möglichkeit, die Pendlerproblematik zwischen Reinickendorf und Brandenburg zu entschärfen, meint die Junge Union. Als attraktive Alternative zum eigenen Fahrzeug böte sich das 1€-Ticket an. Aktuell pendeln rund 300.000 Menschen in der Metropolregion Berlin-Brandenburg.
Ob sich der Senat ein Klima-Jahresticket nach dem Vorbild von Bonn oder Mannheim vorstellen könnte, beantwortet das Schreiben der Senatorin zunächst nicht. Die Junge Union Reinickendorf schlägt deshalb vor, sich mit dem Bundesumweltministerium in Verbindung zu setzen, um zu prüfen, ob Berlin für ein Modellprojekt, welches in anderen deutschen Städten bereits erprobt wird, ebenfalls in Frage käme. Aktuell fördert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen des "Sofortprogramms Saubere Luft“ mit 130 Mio. € über ein Dutzend Maßnahmen, zu denen auch das Bonner-Klima-Jahresticket gehört. Die Klimaticktes gelten in den Modellmetropolen jedoch nur für Neukunden. Eine solche Regelung lehnt die Junge Union Reinickendorf ab. Besser wäre es, nach dem „first come, first served“-Prinzip zu verfahren und dadurch allen Bürgern die Chance zu geben, ein Klimaticket zu erwerben.

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